Inhaltsverzeichnis

Wir und unser Wind

Wir sehen schon Boden, also ein bisschen, aber es könnte dort unten auch Grönland oder das versunkene Atlantis sein. Das einzige, was wir wirklich gut sehen können, sind die Wolken, zwischen denen wir umherspringen.

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Hundert mal elf

Dies ist mein Geständnis. Es ist alles was ich habe, und alles was ich weiß. Dies ist die ganze Geschichte, der gescheiterte Versuch, einen deutschen und europäischen Segelflugrekord zu brechen.

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Ein Moment im März

Der beste Moment ist der, wenn zum ersten Mal ein Plan wieder vollkommen aufgeht. Zehnter März, einige dünne Schichtwolken dimmen das Licht über der Provence schon am Vormittag. TopTask rechnet für den Nachmittag wenige Cumuluswolken im Osten, schwierig hinzukommen, schwer zurück zu kommen.

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Sturm Nummer vierzehn

Um 07:03 hebt sich das Feuer über den Horizont. Rot knallt in das Blau, und ein neuer Versuch, mein vierzehnter Flug bei Südföhn, zieht mich in einen Bann, dem ich schon seit fast fünf Jahren viel zu tief verfallen bin.

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Das Eis-Schatten-Spiel

Die Luft um mich herum kochte längst – die Schauerzellen zu beiden Seiten des Alpenhauptkammes waren drauf und dran, das Rennen zu gewinnen. Nur die höchste Route, der sonst nie fliegbare Weg über das ewige Eis, dämpfte im Herzen der Alpen die labile Luft noch zu brauchbaren Flugbedingungen herab.

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Elf Stunden

Als wir das Durancetal erreichen, durchfliege ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Sinken von mehr als 10 m/s. Nach diesen ersten Erfahrungen des Tages wird mir klar, dass wir es heute mit Kräften zu tun haben, die ich in einer solchen Größenordnung noch nie zuvor erlebt habe.

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Mein Fieber, mein Flug

Mehr als die Hälfte meiner Kommilitonen würden laut Statistik die morgige Prüfung nicht bestehen. Ich war der einzige von ihnen, der den Tag nicht am Schreibtisch verbringen würde, um die dringend notwendigen Vorbereitungen zu treffen. Er wird schon wissen, was er tut, sagten meine Freunde. Sie irrten sich. Mir war alles egal.

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Das Atlas-Experiment

Bisher hatte ich von Marokko nur das gehört, was alle wissen: Die OLC-Aufzeichnungen der Dolba- und Schmelzer-Expeditionen, die in den vergangenen Sommern das Atlasgebirge als ein potenziell rekordverdächtiges Langstreckenfluggebiet ausgewiesen haben, und Thermikflüge, bei denen Geschwindigkeiten, Höhen und Strecken erreicht wurden, die man auf der Welt bisher selten sah.

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Mein Tag im Wind

Ich habe mich in den letzten Monaten mit wenig anderem als meinem Studium und dem Wind befasst. Dem Wind, der mich nachts weckt, von dem ich träume und der mich Dinge sehen ließ, die die wenigsten Augen dieser Welt bisher sehen durften. Ich bin in Serres-La Batie, um endlich mehr über ihn zu erfahren.

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Gedanken zum Föhnfliegen

Einige klagen über Kopfweh, manche über Schlafstörungen, wieder andere bekommen Kreislaufprobleme. Was meine Gesundheit angeht, so habe ich Glück; mich treibt der Föhn lediglich in den vollkommenen Wahnsinn.

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Zwischen den Zeilen

Behutsam hob ich das Buch vom Tisch auf und nahm meine Lizenz, mein Medical und Lukas’ Überflugfoto der “2D” zwischen den Seiten heraus. Dann begannen meine Finger durch die Listen der vielen Blätter zu streichen, bis Namen, Stunden und Landungen an mir vorbeizurauschen begannen wie ein Code von Informationen, die die Welt bedeuteten.

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Der totale Flug

Für einen Tausend-Kilometer-Flug musst du lange genug zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Du brauchst einen guten Plan, eine Richtung, genaue Informationen über alles, was passieren kann. Du brauchst einen Lauf. Du brauchst den richtigen Tag. Du brauchst den richtigen Rhythmus. Ein richtig schnelles Flugzeug. Einen frühen Start.

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Fly Down Under – Die Suche nach mehr

Im Norden und Nordosten sah ich nichts. Da lag ein dichtes Buschland, das dem Boden eine ganz bestimmte, dunkle Maserung verlieh: Das Outback erstreckt sich tief ins Landesinnere hinein. Dieses Land war riesig, soviel konnte ich nach dem ersten Kreis, den ich flog, erkennen.

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Die lange Fahrt zurück

Aus der Luft kannte ich die Berge auswendig und war mit dem Tanz durch die französischen Alpen mittlerweile vertraut. Doch was für eine weltfremde Idee, den Weg nach Norden diesmal in engen Passkehren und tiefen, gewundenen Tälern auf dem Asphalt suchen zu müssen!

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Weitere Texte:

Ein Kommentar zu “Inhaltsverzeichnis

  1. Hallo Benjamin,

    Deine Berichte sind immer wieder ein Genuss.
    Der alte Kalckreuth hätte seine Freude an Dir gehabt.

    Mach weiter so und alles Gute!
    Alexander Müller

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