Mein Tag im Wind

Ich erinnere mich noch genau, wie ich vor ein paar Jahren kopfschüttelnd vor Terry Delore stand. Windzerzaust war ich, durchgefroren und unendlich beeindruckt. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. How could you even know? What made you see this? Why could we even go that far today?

Der Meister aller Leewellen der neuseeländischen Gebirge, der mich damals zu einem Flug, Gespräch und Interview eingeladen hatte, grinste nur. Wir waren gerade zusammen zum Mount Cook geflogen und er hatte mir nachmittags seine Paraderoute von Omarama über Lake Tekapo und Glenntanner demonstriert. Ohne einen einzigen Fehltritt, ohne Zeitverlust, als wäre es gar nicht anders möglich, hatte er uns auf 15.000 Fuß gebracht und die Bewegungen der unsichtbaren Wellen nicht gesucht, nicht erschlossen, nicht vermutet, nicht überlegt, nein, er hatte sie einfach und selbstverständlich gewusst. Obwohl die Wellenlänge im wolkenlosen Himmel jeden Tag anders ist, die Position der Rotoren in Neuseeland mit der unkonstanten Thermik stark variiert, obwohl man es überhaupt nicht wissen kann. Terry, der Meister, flog derart. Mir war es so schleierhaft, dass ich nicht einmal in der Lage war, konkrete Fragen über den Flug zu formulieren. Terry lächelte und bot mir Tee an. „Just fly, take your time, and you can climb as high as you want“, hatte er damals gesagt.

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Keine Minute und keine Entscheidung dieses ersten Wellen-Streckenfluges, den ich erleben durfte, habe ich vergessen. Durch die ganzen Föhnflüge, die intensiven Trainings in Frankreich und die Sposo-Tour hindurch habe ich inzwischen mehr als nur gelegentlichen Kontakt mit Leewellen und der Windfliegerei gehabt. Nie jedoch konnte ich sie mit diesem ersten Flug, mit Terry Delores Stil in Verbindung bringen. Für mich war es meist ein abgehackter Rotor-Tanz, nach mehreren Versuchen ein langsamer Übergang in den laminaren Bereich und ein ständiges Verlieren und Wiederfinden der Energielinien. Das Segeln in der laminaren Windströmung der oberen Atmosphäre war mir ungeheuer, da die regungslose, turbulenzfreie Energie der Wellen meinem Fluggefühl einfach keine Hinweise auf das Hinauf, das Hinab und das Hinüber geben wollte. Obwohl es ein sehr emotionales und intensives Fliegen bedeutete, war jeder Versuch, von einer Welle zur nächsten zu dringen, für mich nichts als ein unsicherer Stich ins Blaue. Es konnte zufällig in einer weiteren, wahrscheinlich aber ohne Aussicht auf eine dritte Welle enden, es konnte aber auch binnen kurzer Zeit alle Instrumente an den unteren Anschlag treiben, solange bis die Umkehr unausweichlich war.

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In diesem März bin ich mit der „2D“ nach Frankreich gekommen, mit dem insgeheimen Wunsch, einen Schritt weiter zu gehen. Mich zieht es aus vielen Gründen nach Serres, ich möchte Martin und seine Freunde wieder um mich haben, mit Klaus Ohlmann fliegen, zwei Wochen lang den zurückliegenden Prüfungsmarathon ausgleichen, in den fliegerischen Flow finden, ich will Gespräche und Diskussionen führen, Inspiration und Ideen entwickeln, meine Ruhe haben, ich habe den Wunsch Frühlingsluft zu atmen, aber auch – und ganz besonders – bin ich aufgrund des Nordwindes gekommen. Ich habe mich in den letzten Monaten mit wenig anderem als meinem Studium und dem Wind befasst. Dem Wind, der das Segelfliegen ganz macht, der mir die wenigen Dinge zu geben versprach, die mir die Thermik nie ganz erfüllen konnte. Dem Wind, der mich nachts weckt, von dem ich träume und der mich Dinge sehen ließ, die die wenigsten Augen dieser Welt bisher sehen durften. Ich bin in Serres-La Batie, um endlich mehr über ihn zu erfahren.

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Schon beim ersten ausführlichen Briefing öffnet Klaus Ohlmanns Art und Weise, über den Wind zu denken, ein wenig meinen Horizont. Wir sitzen an diesem Morgen mit ausgeprägtem Süd vor den Landkarten und er erläutert ruhig die Möglichkeiten des Tages. Ein dynamischer Flug, das wird es ganz sicher, aber für ihn weht der Wind nicht einfach. Für Klaus fließt er, dann drückt er, er schwappt, füllt, läuft über, stürzt, dreht, er häuft und kurvt. Klaus scheint beim Wind keine Richtungen im Kopf zu haben, sondern dynamische Systeme, und zeichnet dementsprechend sein Bild in die Berge hinein. Er kann genau sagen, auf welchen Routen sich heute ein Vorstoß lohnt und wo nicht. Wahrscheinlich, sagt er, aber er knüpft immer ein Wenn-Dann-Prinzip an.

Ich starte prompt, habe mir alles gemerkt und kann es kaum erwarten. Es ist der erste Flug des Jahres und ich gehe es langsam an, taste mich vorsichtig durch das Gelände und zögere zuerst einige Zeit, bevor ich beginne, entlang des Rosans-Tales nach Westen über Land zu gehen. Nach einer halben Stunde über dem Hang bin ich eingeflogen und in meinem Element. Klaus‘ Gedanken zu den Bewegungen des Windes liegen klar in meinen eigenen, und ich beginne zu meiner Meinung über die taktischen Probleme, die es zu lösen gilt, noch eine zweite zu entwickeln. Wo wird der Strom der Südluft gebündelt, wo wird er gebremst, wo muss er ausweichen und wo abbiegen? Wie sehen die Schwingungen im oberen Niveau aus und wie beeinflussen sie den unteren Teil? Was bedeuten die Turbulenzen? Ich lehne mich in den Fallschirm, versuche alles in mich  aufzusaugen; dann beginne ich zu arbeiten. Probiere alles aus, von Rosans über die Welle des Beaumont hinauf zum L’Oubiou, an den Pic de Bure, wieder nach Süden und noch einmal von vorn. Ich denke an alle Tips von Klaus und probiere jeden einzelnen Hang aus; einmal bleibe ich zwanzig Minuten an der Crete de Selles, nur um ein besseres Bild von den Strömungen zu bekommen, die sich unsichtbar um den Berg winden. Früher habe ich mir nie die Zeit für so etwas genommen.

Nach fünf Stunden habe ich alle Experimente erledigt und kann nichts mehr in mich aufnehmen – zu anstrengend war der heutige Gang durch das Windmuseum Südfrankreichs. Viele Fragen haben heute ein paar Antwortmöglichkeiten dazu bekommen. Ich kehre kurz vor Sonnenuntergang nach Serres zurück mit der Gewissheit, heute etwas sehr wichtiges gelernt zu haben.

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Zwei Nächte vor dem Mistral schlägt der Bodenwind mit aller Heftigkeit um auf Nord. Ich schlafe sehr unruhig, weil das Chalet N°5 im Sturm wackelt und singt. Doch ich bin noch nicht nervös: morgens überprüfe ich zum siebten Mal das Windprofil und weiß, dass heute kein Wellentag ist – in Flugfläche 100 geht der Nord auf zehn Knoten zurück. Schon gestern Abend konnte ich nach einem langen Thermikflug zum Monte Viso bei der Rückkehr beobachten, wie die Welle des Pic de Bure mit den Vorboten des Nordwindes aufzukeimen beginnt – doch pünktlich in 3000 m Höhe zerbrach sich das Steigen in Turbulenzen, so dass vor allem ein Sonnenuntergang über den Wolken und eine komplizierte Landung im Talrotor von Serres dabei herauskamen. Ich glaube an die Vorhersagen: die echten Wellenchancen lassen noch einen Tag auf sich warten.

Deshalb lässt es mich eher kalt, als meine Chalet-Mitbewohner Ernst und Horst mir beim Frühstück erklären, dass oft um diese Uhrzeit schon die ersten Flugzeuge am Hang des Arambre zu sehen sind. Ich überlege, später mit meinem Vereinskollegen Wolfram im Duo zu fliegen, aber mit Bodenakrobatik bei 80 km/h Wind weiß ich in diesem Gelände nicht viel anzufangen. Klaus Ohlmann hat eine gute Idee: Hängt euch einfach bei mir dran, das wird sicher interessant.

Und es wird interessant. Einen Nachmittag in der „Entenfamilie“ zu verbringen hat etwas von Museumsführung, Zoobesuch und Jam-Session. Klaus zeigt uns auf dem Weg in die Brinanconnais alles, was ihm zum bodennahen Nordwind einfällt – es ist viel.

Als wir nach fünfeinhalb Stunden bei Einbruch der Dämmerung wieder in Serres ankommen, haben wir alle Auffangstrategien zwischen Mongenevre und Gap durchgespielt und gesehen, wie man sich bei Mistral-Wetterlagen aus der Bedrängnis bringt, falls man hier, an einem der wichtigsten Punkte, aus dem System unten heraus fällt. Für die Querung über die Ecrins in der Welle gibt es kein Patentrezept, und wenn hier etwas schief geht, braucht man einen Plan. Nach der Landung gehe ich in Ruhe alles durch und weiß, dass ich es morgen gut gebrauchen kann. Morgen, wenn sich der Nordwind in der Höhe durchsetzt, fliege ich hinauf. Morgen kann ich es schaffen.

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Meine Mitbewohner sind weniger enthusiastisch, unterstützen mich aber mit aller Kraft. Für mich wird das ausführliche Frühstück sausen gelassen, die „2D“ bei Tagesanbruch aufgerüstet und alles vorbereitet. Der Windsack steht straff auf Nordwest und der Himmel ist eisblau, ohne den Ansatz einer einzigen Wolke. Die Vorhersagen scheinen zu stimmen. Ich mache bloß keinen Druck, da mir die nötige Ruhe heute wichtiger ist als eine Stunde mehr Flugzeit. Wie immer vor solchen Flügen bin ich den ganzen Morgen still und wortkarg, schließe oft für einige Sekunden die Augen und lege die Hände zusammen. Ich kleide mich mit vier Schichten, denn schon hier am Boden liegen die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Über das Flugfeld weht der selbe beißende Wind, der schon am Vortag jedem, der das Haus verließ, bis in die Knochen fuhr. Als ich ins Cockpit klettere, bin ich noch mit Überschuhen, Handschuhen, Wollhaube und Mütze, Trinkschlauch, Sauerstoffschlauch, Fallschirm und allen Gurten ausgerüstet und komme mir vor wie der erste Astronaut. Um kurz nach neun bin ich startbereit. Alex rollt mit der Morane vor mich und wir sind in der Luft, kaum als er den Gashebel vorschiebt. Der Nordwind schleudert uns über der Bahn umher, schon knapp über dem Boden haben wir kaum mehr Vorwärtsgeschwindigkeit. Der Raum im engen Talkessel von Serres genügt gerade für eine Umkehrkurve, bevor ich nach einer Minute Flugzeit ausklinke und mich an den Nordhang des Arambre werfen lasse. Nach zwei Schleifen stehe ich über den Gipfel im Wind. Das Spiel beginnt in 1800 m.

Ich eröffne die Partie mit einem klassischen Zug und werfe mich gegen den Sturm in den Talgrund der Buech. Mit dem ganzen Körper versuche ich die starken Turbulenzen zu sondieren. Energie ist überall, doch wo bündelt sie sich, um den Weg in die Welle frei zu geben? Nach einigen Bewegungen habe ich einen kleinen Rotorkern gefunden, versuche seitwärts durch die Stöße und Schläge zu pendeln. Unter dem Strich kommt ein Meter heraus. Nach 200 m Höhengewinn wird die Luft unruhiger – das Steigen verklingt. Ich erwidere und taste mich weiter gegen den Wind nach Norden vor. Im Luv des Carabes kostet mich eine Richtungsänderung meine ganze gewonnene Höhe. Ich falle ein wenig in die Verteidigung zurück und ahne, dass ich vorerst zu tief für den nächsten Zug bin. Also begebe ich mich zurück in die Deckung des Arambre, um wenig später wieder mit 5 m/s über den Gipfel zu steigen, so wie schon zwanzig Minuten vorher.

Diesmal habe ich ein ungefähres Bild vor Augen, wie die Rotoren stehen – diesmal stehe ich besser. Ich gehe ein wenig seitlicher heran und verliere gleich viel weniger Höhe als beim ersten Vorflug. Diesmal sind die Turbulenzen schwächer und es fällt mir leichter, ein zusammenhängendes Energiefeld zu finden. Wieder ist es nur 1 m/s, aber dieses Mal behalte ich lange genug die Oberhand. In 2300 m Höhe merke ich, dass es in den letzten Minuten immer ruhiger geworden ist. Der Rotor-Tanz war weniger anstrengend als erwartet. Die Luft wird ruhig wie Glas, unmerklich wird das Steigen stärker, und als ich das Flugzeug leicht nach vorne drücke, um die Grenzen der Welle auszuloten, werden fast 3 m/s daraus. In 3000 m Höhe schalte ich den Sauerstoff ein und bemerke, wie mich der Sturm nach hinten wirft. Ich höre augenblicklich mit den Pendelbewegungen auf, stelle mich mit 95 km/h in den Wind, um ortsfest zu bleiben. So kann ich einige Minuten lang regungslos durchatmen: Rechts und links versinken die Südalpen unter meinen Flügeln, die einzige Bewegung führt geradewegs nach oben. Im Westen wird das Rhonetal vom tiefen Dunst verschluckt, in allen anderen Richtungen kann ich keine Wolke erkennen.

4400 m Höhe. Das Steigen wird schwächer, erste Turbulenzen zeigen an, dass ich angekommen bin. Ich will nicht nach oben aus dem Energieband herausgeschossen werden, also drücke ich mit 180 km/h nach vorne. Zeit, die Deckung zu verlassen. Unendlich langsam beginnt das Flugzeug, nach Norden Land zu gewinnen. Im Funk höre ich meinen Freund Tim Sirok aus Puimoisson. Begeistert klingt er; seit Sonnenaufgang hat er sich seinen Weg hierher gebahnt. Jetzt steigt er 20 Kilometer vor mir in die Pic de Bure-Welle ein und liefert mir Informationen über den Anflug. Zehn Minuten später bin ich unter ihm und beginne erneut zu steigen. Der Schritt über den Pic de Bure ist ein Standard-Zug. Normalerweise ist er die nördliche Endstation bei Mistralflügen, äußerster Rand des gangbaren Geländes, doch für mich soll das Spielfeld heute erstmals nicht hier enden. Während des Steigfluges mit 2-3 m/s habe ich genug Zeit, den Angriff aufzubauen.

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Vorfreude durchdringt mich, als ich in 5700 m nach Nordosten beschleunige. Für den Weg über die Ecrins gibt es zwei Varianten, die beide gewisse Opfer erfordern. Verlässliche Deckung gibt es nun bis Bardoneccia nicht mehr. Ich entscheide mich genau wie Tim dafür, den Taleingang des Valgaudemar anzufliegen. Findet sich hier ein bisschen Energie, so wird die Diagonale über die Viertausender der Ecrins frei. Wenn nicht, dann wird der Vorstoß in Richtung Briancon zu einem Risiko. Schon viele hat der Nordwind hier aus dem Nichts heraus ins Schach gesetzt.

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Beim Anflug auf die Ecke des Taleingangs gehen die Variowerte in den Keller. Bei fast 100 km/h Gegenwind und 4 m/s Sinken gerät der Gleitwinkel außer Kontrolle. Der Wind tobt. Ich steche auf 200 km/h an, stiere vorwärts, lasse mich etwas seitlich versetzen, suche eine bessere Linie, beginne um meine schmelzende Höhe zu kämpfen. Schnell sind 1500 m verloren. Genau über der Talkante passiert etwas. Auch wenn ich es in der völlig ungestörten Luft nicht fühlen kann, sehe ich, wie das Vario sich bewegt, in dieser ganz eigenartigen Weise, unaufhörlich und langsam, wenn das Flugzeug aus der negativen in die positive Schwingung übergeht. Ich weiß, was gleich kommt. Nach einer Minute beginnt das Steigen. Ich wehre mich gegen alle visuellen Eindrücke, nach denen das Flugzeug sinnlos seitlich über die Grate schiebt, glaube den Instrumenten und versuche, die Linie talaufwärts zu verfolgen. Es gelingt. Ein wenig links, ein wenig rechts tastend finde ich die beste Stelle und bin bald zurück auf 5500 m. Der Sauerstoff zischt beruhigend bei jedem Atemzug. Nach jedem Schluck des schmerzhaft eiskalten Wassers, das ich aus dem Trinkschlauch sauge, muss ich die Flüssigkeit zurück in den isolierten Beutel pusten, damit der Zugang nicht zufriert. Heute ohne Trinkwasser zu fliegen, ist mir trotz der beißenden Kälte unvorstellbar.

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Das Tal  von Valgaudemar führt direkt zum Mont Pelvoux hinauf, der trotz meiner beträchtlichen Höhe gigantische Ausmaße zu haben scheint. Er stört die Strömung des Windes so sehr, dass sogar bis zu mir hinauf harte Turbulenzen dringen. Sofort fühle ich mich wieder wohler, da die Stöße mir unmittelbar den Weg in die nächste Welle weisen. In einem Zug gewinne ich 1300 m dazu und kann bald die Stadt Briancon tief unter mir sehen. Der Weg ins Susatal liegt frei – das lief deutlich besser als erwartet.

Ich habe Tim fast eingeholt und er lässt sich ein wenig zurückfallen, um mit mir zusammen bis Bardonneccia zu fliegen. Wer hätte gedacht, dass die NRW und die 2D sich vor dieser Kulisse, in diesen Bedingungen wieder begegnen? Ich versuche im Funk sicher und ruhig zu klingen, aber in Wirklichkeit zieht mir die Aussicht, heute über Susa zu fliegen und vielleicht den Gran Paradiso erreichen zu können, eine Gänsehaut von den Fingerspitzen bis in die Beine. Ich weiß genau was ich tue, aber meine Komfortzone habe ich vor über zwei Stunden verlassen.

Auch wenn ich die Welle über Bardoneccia noch nie angeflogen habe, treffe ich auf Anhieb. Sie steht weiter westlich als erwartet und ist schwächer, als ich es im mentalen Training eingebaut hatte, aber mir ist es egal: Wir steigen. Zurück in 5700 m Höhe verabschiedet sich Tim. Er spürt seine Füße nicht mehr. Zum ersten Mal seit Stunden denke ich über meine eigenen Füße nach. Sie sind noch da. Socken, Yak-Woll-Socken, Fußsohlenheizung, Militärstiefel und Überschuhe. Es ist kalt, aber es geht. Es wird gehen. Im Augenwinkel sehe ich Tims weißen Discus nach Süden abdrehen und mit Rückenwind Fahrt aufnehmen. Ich selbst habe erst gut die Hälfte.

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Ich habe zu viele dutzend Stunden über die kommende Passage nachgedacht, als dass ich jetzt umdrehen könnte. Wenn es so funktioniert, wie ich es mir vorstelle, wirft das ganze Susatal eine einzige lange Welle. Also merke ich mir den ungefähren Abstand zur Nordkante des Geländes und beginne, einen weiten Bogen in die Talkontur zu legen. Tatsächlich kann ich das Vario bei Null halten und meine grenzenlos scheinende Energie bis über die Stadt Susa mitnehmen. Im Vergleich zur aufregenden Ecrins-Querung ist dieser Abschnitt durch die Geländeform fast komplett vorgegeben. Auch ohne die Wolkensignale, die heute völlig fehlen, kann ich in dieser Zeit den mentalen Autopiloten nutzen, um ein paar Minuten lang dem entspannenden Zischen des Sauerstoff-Flusses zuzuhören, einen gefrorenen Müsliriegel zu zerbeißen und ein wenig die Gegend zu betrachten. Links kann ich in die mit tiefen Wolken versetzte Maurienne blicken, im Vordergrund stehen die windgepeitschten Gipfel um den Col d’Etache. Weiter im Norden liegt zugefroren und schneebedeckt der Lac du Mont Cenis über Sollieres, während im Hintergrund unverkennbar der Mont Blanc mit seinen breiten Flanken über dem St. Bernard wacht. Die Sicht ist so klar, dass ich deutlich die Gipfel des Grand Combin, Matterhorn, Gran Paradiso und Monte Rosa identifizieren kann. Eine bessere Aussicht kann man auf die höchsten Berge Europas nicht bekommen.

Nun steht der letzte große Sprung bevor, diesmal wird es der finale Zug nach Norden sein. Ich habe die beste denkbare Ausgangsposition, muss aber aufpassen, denn die Geländestruktur wird jetzt durch die Querrippen, die in die italienische Ebene hinein reichen, gründlich aufgebrochen. Wie man hier am besten zieht, das weiß ich einfach nicht, aber ich komme nicht umhin, es zu versuchen. Da keine Wolke am Himmel steht, die mir etwas über die Energie verraten könnte, lege ich mich auf eine ungefähre Richtung fest und beginne, ein sehr weitläufiges Zick-Zack-Muster abzufliegen. Dennoch kosten mich die ersten zehn Kilometer 700 Meter, bevor ich endlich meine Höhe in Richtung des Col de Carro halten kann. Nach wenigen Minuten scheint die Nordwand des Gran Paradiso zum Greifen nah. Aus 5000 m Höhe kann ich die Dimensionen des Gipfelmassivs schwer einschätzen. Ich will ihm näher sein und biege querab der Passhöhe über einen tiefen Grat. Sekunden später habe ich das Gefühl, ins Bodenlose zu fallen. Die Varios gehen an den unteren Anschlag, und ich habe Mühe überhaupt Fahrt aufzunehmen. Wieder beginne ich seitlich auszupendeln, um den Fängen des zornigen Abwindes zu entkommen, doch das Sinken hört nicht auf, egal wohin ich fliege. Lohnt es sich überhaupt, noch weiter zu drängen? Beraubt mich dieser letzte Vorstoß all meiner Optionen? Fühlt es sich so an, im Lee des Paradiso aussichtslos abwärts gespült zu werden? Nach wenigen Minuten habe ich tausend Meter Höhe verloren. Eine Umkehr wäre jetzt zwecklos – dieses Sinken werde ich nicht nochmal überqueren. Wieder ändere ich die Richtung um zwanzig Grad, um Informationen über die Luftbewegungen zu bekommen. Endlich beginnt sich das Variometer vom unteren Skalenrand zu lösen. Ich behalte den Kurs und bekomme wieder das Gefühl, dass sich am Anzeigemuster irgendetwas ändert, das ich nicht erklären kann. Ich begreife – der Wind hat abgenommen oder vielleicht eine Ostkomponente bekommen. Das Muster hat sich um ein paar Kilometer verschoben. Sofort macht alles Sinn, der Gipfel vor mir, der Grat neben mir, der Stausee unter mir, die Wellenlänge, die Richtung, die Schwingung. Sie muss weiter links stehen, westlicher als erwartet. Ich atme zwei, dreimal tief durch. Auch wenn die Luft immer noch keine Regung zeigt, muss ich nicht mehr auf das Vario schauen, um zu wissen, dass das Spiel bald gewonnen ist. 4100 m Höhe – Für einen Moment habe ich den Gipfel des Gran Paradiso auf Augenhöhe. Ich überprüfe rasch die Instrumente, dann lasse ich alles los, richte den Blick auf und flüstere: Schach.

Ich starre gebannt gegen die von Felsen und Eis gezeichnete Wand. Dass der Nordwind mich nicht ohne Weiteres vor den König seiner Berge herankommen lassen wollte, ist sein gutes Recht. Jetzt, da ich am Ende dieser Partie vor ihm im eiskalten Wind stehe, kann ich nichts weiter empfinden als Stolz und Ehrfurcht vor der Unnahbarkeit und den Gewalten des Hochgebirges. Noch ein paar Augenblicke lang sehen wir uns an, bevor die Welle mich endgültig erfasst und nach oben aus dem dunklen Relief schießt. Es ist Zeit, jetzt zurück zu fliegen.

Ich bin nun seit fast vier Stunden in der Luft. Für mich hätten es auch zehn sein können, oder eine halbe. Die Uhr spielt in meiner Situation noch keine ernste Rolle: Es wird bis 18.30 Uhr hell sein und ich denke gar nicht daran, wertvolle Flugzeit – Lernzeit! – durch eine verfrühte Landung zu verschenken. Also wende ich die 2D nach Südwesten und setze mich vor den Wind.

Sofort verdreifacht sich meine Geschwindigkeit über Grund. Ohne eine unnötige Kursänderung und ohne zum Steigen anzuhalten, lasse ich mich von der rasenden Strömung zurück wehen, den ganzen langen Weg zurück – Das Susatal hinauf, über das Tal des Galibier vorbei an Briancon bis zum Pelvoux, ins Herz der Ecrins. Was auf dem Hinweg Stunden dauerte, tausende Herzschläge und Unmengen an Kampfgeist erforderte, erledigt der Rückenwind jetzt binnen vierzig Minuten. Ich staune über die ständigen Dimensionssprünge. Nach einer kurzen Steigphase springe ich wieder in das Valgaudemar und verlasse das Hohe Gelände in knapp 4000 m Höhe. Mein neues Ziel ist der Mont Ventoux, der südwestlichste Berg der Alpen: Ich will soweit wie möglich windabwärts fliegen, um mich maximal zu entspannen und danach einen zweiten Vorstoß nach Norden zu wagen. Wie weit ich an diesem Tag kommen werde, kann ich noch nicht einschätzen – wichtig ist mir nur, den Ventoux als energetisch niedrigsten Punkt zu erreichen und von dort aus den Welleneinstieg sowie die Ecrins-Route, die ich gerade gelernt hatte, noch einmal zu üben. Die GPS-Geschwindigkeit geht bisweilen über 300 km/h, als ich nach Süden presse und versuche, meine Höhe effizient umzusetzen. So rase ich über die Ceüse und den Chabre, genieße das Gefühl, von oben in die Turbulenzen einzusinken, und werfe mich mit hoher Geschwindigkeit in den „Krückstock“, den Hangeinstieg des Lure.

Der Wind am Hang ist zu stark, um normalen Aufwind im Luv zu erzeugen. Die Energie wird in Schüben und Stößen freigesetzt und ich muss allerlei Abstand zum Gelände wahren, um im sicheren Fahrtbereich zu bleiben. Dennoch dauert es nicht lange, bis ich den Gipfel erreicht habe und nach Westen weiter ziehen kann. Hier am Lure war ich zuletzt vor eineinhalb Jahren und ich genieße es, den wunderbaren Pfad zum Ventoux wieder zu suchen. Die Höhe halte ich knapp über dem Grat bei 1500 m und spüre, wie viel wärmer es in den unteren Luftschichten ist. Der Hanglinie zu folgen ist ein leichtes Spiel – für einige Minuten fühle ich mich wie auf einem ganz normalen Streckenflug.

Flugs quere ich unter dem Gipfel des Ventoux die Pass-Straße, auf der man die Fahrer der Tour de France immer hetzt. Einige Kilometer gleite ich zum Rhonetal hinaus, dann setze ich meine Wende am denkbar weitestmöglich windabwärts gelegenen Punkt der Wetterlage. Alle Energie, die ich in Form von Höhe und Windvorlauf hatte, sind jetzt in Strecke umgesetzt – ich habe bewusst alles abgegeben, um mich der Herausforderung zu stellen, noch einmal ganz von vorne zu beginnen.

Diese Aufgabe auf dem gleichen Weg zu lösen, wie ich gekommen bin, ist mir zu wenig lehrreich und erscheint mir nicht gerade elegant. Also entscheide ich mich gegen eine Rückkehr an den Lure und beschließe, meinen Weg auf der direkten Linie über Rosans zu suchen. Nun wieder mit dem vollen Gegenwind auf der Nase, stürze ich mich gegen die Luvseiten der kleinen Hügel, welche vom Ventoux nach Norden führen. Auf jeder Vorderseite kann ich mir hundert oder zweihundert Meter dazu holen, aber jeder Sprung über das nächste Tal kostet mich gar dreihundert oder vierhundert. Ich habe alle Außenlandefelder im Hinterkopf, bekomme aber keine rechte Vorstellung von der Struktur der Hanglinien hinter der nächsten Passquerung. So erlebe ich in fast jeder Minute dieser Phase eine Überraschung und habe Mühe, irgendwo in den engen Windfeldern Platz zum Steigen zu finden. Die Erschöpfung von mittlerweile sechs Stunden im Wind macht sich gerade jetzt, vor unausweichlichen Problemen, deutlich bemerkbar. Ich sehne mich zurück in die kühle, ruhige, hohe Welle, in der die Entscheidungen nicht nach zehn Sekunden neu überdacht werden müssen und in der die Energie in Linien, nicht in Stößen und Wirbeln zu finden ist. Alle Entspannungstechniken, die ich je gelernt habe, halten mich bei Laune, so dass ich jeden Hang bearbeiten und bedenken kann.

So muss ich fast eine Stunde kreativ sein, bis ich endlich Rosans von oben sehen kann. Unter einigen Rotorfetzen kann ich auf 2200 m zurück steigen – der Weg hinauf nach Serres ist frei. Ein gezielter Gleitflug bringt mich über den Flugplatz und ich steige unweit der Stelle, die mich morgens zum ersten Mal hinauf geworfen hat, in die Welle an der Buech ein. Augenblicklich kehrt wieder absolute Ruhe ins Cockpit. Mit 1-2 m/s gelange ich nach oben, und um kurz nach vier Uhr bin ich endlich auf 4400 m Höhe. In zweieinhalb Stunden wird die Sonne untergehen. Ich möchte alles, was ich mir am Vormittag erarbeitet habe, noch einmal durchspielen, noch einmal so weit wie möglich nach Norden fliegen, um den langen, schweren, wichtigen Weg gegen den Wind zu verinnerlichen. Zurück nach Süden kann ich später jederzeit mit 300 km/h fliegen – doch wie weit kann ich gehen?

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Ich nehme mich zusammen und beginne, zum Pic de Bure zu pressen. Mir fällt es schwer, die Übersicht in den unsichtbaren Bewegungen der Luft zu finden; dennoch verliere ich auf diesem Sprung 300 m weniger Höhe als am Vormittag. Die unheimliche Ruhe der Luft macht mir nichts mehr aus, sie begleitet meinen Flug wie ein eiskaltes Gespenst, vor dem man sich kaum zu fürchten braucht. Am Pic verlangsame ich meine Fahrt und nehme die Höhe bis 5500 m mit, ohne dabei einmal pendelnd anzuhalten. Auch der Vorflug ins Valgaudemar kostet mich diesmal 200 Meter weniger. Als das schwache Steigen kurz vor der Talmitte einsetzt, lasse ich mich nicht mehr lange aufhalten, sondern nehme entlang der Linie direkt Kurs auf den Mont Pelvoux. Die Signale und die Stelle der Turbulenzen haben sich verändert – verwundert ziehe ich die Konsequenz und gehe auf einen kurzen Umweg nach Süden. Ohne Höhenverlust gerate ich auf die Ostseite des Parcours Royale. Langsam wandelt sich das Kältegefühl von „Unangenehm“ zu „Fies“. Die Briancon-Welle von heute Vormittag ist deutlich stärker geworden und ich kann mit 5 m/s um tausend Meter steigen. Als ich am Trinkschlauch saugen will, kommt nichts mehr. Mit meinen dicken Handschuhen zerre ich den Schlauch hervor – er ist von Eisstücken verstopft. Ich muss vorhin vergessen haben, ihn nach dem Trinken frei zu pusten. Ich kontrolliere Fluglage, Kurs und Speed und lege mir den schweren Sack auf den Schoß – dann knicke ich den Schlauch in eine Schleife und stopfe ihn mir in den Mund. Gut, dass mich jetzt niemand sehen kann. Nach einer Minute versuche ich zu kauen. Innen bewegt sich was. Gleich ist das Eis geschmolzen und ich versuche, Wasser aus dem isolierten Sack nachfließen zu lassen. Als ich über Bardoneccia ankomme, kann ich meine trockene Kehle wieder mit stechend kaltem Eiswasser versorgen. Ich schaue auf die Uhr – lange mache ich das alles nicht mehr mit.

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Doch es ist erst viertel nach fünf. Noch kann ich weiter fliegen. In 4400 m finde ich über der Stadt den Einstieg nicht, obwohl ich den gesamten Talkessel einmal absuche. Wieder ziehe ich den bekannten Bogen um die Talkontur herum. Permanent durchfliege ich leichte Schwingungen, so dass ich die Höhe für fast 15 km halten kann. Dann über Susa beginnt wieder starkes Steigen. 17:30 Uhr – noch eine Stunde. Wenn ich hier hochkomme, bin ich mit Rückenwind in 40 Minuten wieder in Serres. Noch weiter halte ich gegen den Wind und dringe unaufhaltsam nach Nordosten, während ich mit etwa 2 m/s steige. Ständig rechne ich Distanz, Zeit und Gleitwinkel nach. Als über der Stadt Susa in 5300 m Höhe alle drei Zahlen im grünen Bereich sind, drehe ich ab. Für heute habe ich genug gefroren.

Es dauert keine Viertelstunde, da bin ich mit Rückenwind wieder über Briancon. Damit ich den direkten Weg über den Col de Cavale nehmen kann, steige ich nochmal 400 m hinauf. Dann stürze ich mich über die Ecrins nach Süden. Bald liegen die schroffen Felsen weit hinter mir – unter meinen Flügeln wandert bereits die Stadt Gap durch. Ich ziehe die Gurte fest und verstaue alle losen Gegenstände unter meinen Beinen und in der Bordwand. Als ich über Aspres in die Turbulenzschicht eindringe, steht die Sonne schon tief hinter dem Carabes. Im leichten Taldunst werfen die Bergspitzen einen langen Schatten durch die Luft. Auf dem letzten Stück nach Serres drehe ich in 1500 m einen weiten Kreis, um den Windversatz zu messen. Es wird ein aufregender Landeanflug, und nach neun Stunden Flugzeit wird er mir viel abverlangen. Hoch über dem Flugplatz lasse ich die letzten Sonnenstrahlen ins kalte Cockpit dringen und versuche mich für die letzte Herausforderung des Tages zu sammeln.

Mir wird bewusst, dass es der letzte Flug dieser Phase ist. Morgen werde ich körperlich nicht in der Lage sein zu fliegen, und bald muss ich zurück in München sein. Noch einmal schaue ich hinauf nach Norden, sehe den schattigen Bure düster aufragen. Sehr plötzlich bricht das Ende des Tages herein, nur der Nordwind besteht weiter bis in die Dunkelheit – er und all die hohen Gipfel, seine dämmerig schwarzen Türme, Könige und Läufer. Es war mir eine Ehre, denke ich und ziehe noch einen Kreis in die starke Strömung.

Dann reiße ich mich los, nehme die Sonnenbrille herunter, setze das Fahrwerk und pfeile steil abwärts, zwischen die Schatten des dunklen Tales hinein.

Veröffentlicht in Allgemein

3 Kommentare zu “Mein Tag im Wind

  1. Endlich kann ich aufhören alle paar Stunden auf F5 zu drücken… Die neue Taste ist es Wert. Und zum Geburtstag wünsch ich mir ein Schachbrett 🙂

    Meisterwerk! Gratulation! Respekt.

    Windige Grüße vom Ort des Geschehens,
    Tim

    • Das gehört zum Besten, was ich jemals zum Thema „Fliegerei“ gelesen habe!
      Dein Stil fasziniert mich überdies, weil er prägnant, allen Verlockungen der Verspieltheit widerstehend, mit dem analytischen Vorgehen vor und während des Fluges korrespondiert.
      Chapeau, lieber Benjamin, meinen begeisterten Dank für diese Zeilen!
      Gerrit

  2. Hallo Benjamin, großen Glückwunsch, ganz toller Bericht!!! Ich habe schon einige Texte von Dir gelesen, die mir alle immer sehr gut gefallen haben, aber der ist der allerbeste. Ich bin selbst viel von Serres aus geflogen, auch Deine Route hier, und habe einige Male versucht, die Erlebnisse mit Dias, Vorträgen und Berichten rüber zubringen, aber Dein Stil ist nicht zu überbieten, weil da alles drin steckt, was für mich das Fliegen und v.a. das Wellefliegen ausmacht.

    Ich freue mich auf den nächsten Bericht! Gruß, Jochen

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