Die Geschichte vom unmöglichen Luftsprung, Kapitel 4

16.08.2009 – 3. Wertungstag: „Die Aufholjagd beginnt.“

Wer wird denn gleich aufgeben? Es gibt hier so viel zu lernen und zu erleben, dass man beim Wettbewerbsfliegen niemals die Motivation oder den Spaß verlieren würde. Nerven behalten ist wichtig, ruhig bleiben, konzentriert sein.

Der dritte Flugtag bricht an und noch ist alles offen. Das Wetter: Blauthermik, warme Bodentemperaturen, mäßige Steigwerte. Die Aufgabe führt die Teilnehmer erneut nach Bartholomae, dann nach Denkendorf und wieder zurück nach Ansbach: 270 Kilometer.

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Los geht´s. Langsam wurde ich mit den Prozeduren und Wettbewerbseigenheiten vertraut und bekam mehr Sicherheit und Ruhe in meine Fliegerei hinein. Die Abfluglinie wurde geöffnet; Jonas Biesen und ich hatten wieder eine Info-Funkverbindung aufgebaut, ließen einige Flugzeuge ziehen, warteten eine Viertelstunde, und machten uns ebenfalls auf den Weg.

Ein großes blaues Loch versperrte den Weg zur schwäbischen Alb, so dass größere Umwege von Kondensfetzen zu Kondensfetzen nötig waren. Ich traf auf Mario Wissmann in der „FLY“ und flog ihm hinterher, da er sich in der Gegend gut auskennt.

Der Einstieg in die schwäbische Alb und der Sprung über die Kante gestalteten sich als sehr trickreich. Jederzeit bereit, wieder ins tiefe Gelände hinauszugleiten, bekam ich nach kurzem Kampf Anschluss an einen starken Aufwind. Zwanzig Minuten später musste Mario leider außenlanden.

Jonas hatte bereits auf das Hauptfeld aufgeschlossen, dem ich nun von hinten näher kam. Bald waren fünfzehn Flugzeuge im Verband unterwegs.

Auch die Alb flog sich im Blauen sehr zäh. Die Wolken 20 km südlich waren unerreichbar fern vom Kurs.
Endlich war der Flugplatz Amalienhof erreicht. Auf nach Gerstetten!

Plötzlich fiel Jonas aus dem Pulk heraus, nachdem er versucht hatte, nach vorne davon zu fliegen. Er musste fast außenlanden und fiel 30 Kilometer zurück, während wir Anschluss an die Thermikwolken im Altmühltal fanden, Gerstetten umrundeten und 80 km vor dem Ziel die letzte Wolke in 2100 m Höhe erkletterten. Einen Aufwind brauchten wir noch.

Ich versuchte, Jonas und seiner 5Fox möglichst genaue Informationen über die Flugbedingungen zu geben, doch er war deutlich nach hinten aus dem Wetter herausgefallen.

Nach einem sehr langen Gleitflug entschied ich mich 40 km vor dem Ziel, mich vom Pulk zu trennen und einen Wolkenfetzen auszuprobieren, der sich etwas ab vom Kurs gebildet hatte, offenbar ungesehen von den anderen. Dort fand ich etwa 1,5 m/s Steigen und konnte bald mit einem (anfangs zu vorsichtigen) Endanflug beginnen. 10 km vor dem Ziel traf ich die anderen wieder, die einen ähnlich guten Aufwind gefunden hatten.

Jonas hatte erst vor wenigen Minuten die zweite Wende erreicht. Ich beschrieb ihm die Stelle, wo der letzte Aufwind zu finden gewesen war, beschrieb ihm die Luftmasse im Endanflug und meldete mich ab.

„Zwo Delta, zehn Kilometer.“ Das wollte ich schon immer mal sagen. Wassertanks öffnen und die letzten Höhenreserven in Speed umsetzen. In einer Viererformation überflogen wir im Bodeneffekt die Felder 2 km vor dem Flugplatz mit 200 km/h.

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Das Gefühl nach dem ersten Good Finish ist besser als das Gefühl nach allem anderen, was man sonst so zum ersten mal macht.

Fast eine halbe Stunde später tönte das Funkgerät der Wettbewerbsleitung „5Fox, zehn Kilometer“. Nach fünf Minuten zog ich den Hut vor dem Kampfgeist und der Konzentration des Mannes, der da lächelnd aus der blau-weißen LS 8 kletterte.

Für mich war es Tagesplatz 10 geworden, womit ich glücklich war: Einige, die vor mir in der Gesamtwertung standen, hatten heute Federn gelassen, und auf den Tagessieger hatte ich selbst nur 60 von insgesamt 1000 Punkten liegen lassen.

Auch Jonas hatte sein Schnitzer „nur“ ungefähr 200 Punkte gekostet.

17.08.09: „Kein Wetter fürs Rennen“

Zum Glück gibt es Schwimmbäder für neutralisierte Tage. Ich bin mit Gingy aus Geitau mitgefahren; er hört die drei Fragezeichen im Auto, was mehr als großartig ist. 🙂

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18.08.09 – 4. Wertungstag: „Ein Trip nach Thüringen“

Sehr charakteristisch für die Zeit auf dem Wettbewerb war immer das Frühstück. Bis zu eineinhalb Stunden saßen wir (also Toni, Marie, Hans und ich) morgens, nachdem wir die Flugzeuge aufgebaut hatten und bevor wir zum Briefing gingen, beim Essen. Und wir aßen eineinhalb Stunden durchgängig, denn das Mittagessen: Das fiel natürlich täglich aus.

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Beim Briefing dann gab es die zweitgrößte Flugaufgabe des Wettbewerbs. 420 Kilometer weit wollte man uns heute von Ansbach aus über Regensburg und Weiden bis zum Blessberg im Thüringer Wald und wieder zurück jagen. Die Wetterprognose war optimistisch, zumindest an manchen Stellen.

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Ich kann mit Stolz sagen, dass Jonas und ich eigentlich alles richtig gemacht haben. Und dass wir dann einfach etwas Pech hatten.

Eine Viertelstunde nach dem letzten anderen Flugzeug machten wir uns auf den Weg. Dann flogen wir vernünftig, schnell und mit viel Spaß und Energie im Zweierteam über Windsbach, Berching und Regensburg. Dann führte Jonas mich gekonnt nach Norden durch sein Heimatgebiet (er ist in Schwandorf stationiert). Doch das Wetter wurde immer schwieriger, so sehr wir uns auch bemühten. Je weiter nördlich wir gelangten, desto mehr trockneten die Thermikwolken ab, ließ das Steigen nach – und nach und nach trafen wir jetzt auch auf die Flugzeuge, welche viel früher als wir abgeflogen waren. Die Viertelstunde hatten wir aufgeholt. Kurz vor der Thüringer Grenze waren wir mitten im Hauptfeld und konnten uns treiben lassen. Würden wir jetzt noch heim kommen, wären wir heute ganz weit vorne.

Doch so einfach war es nicht. Das Wetter wurde und wurde einfach immer schlechter.

Den Sendemast am Blessberg umrundeten viele unterhalb der Antenne. Ich war noch nie so nahe an einem Gebäude geflogen und fand es ganz wunderbar, aber etwas unheimlich. Wie gerne hätte ich jetzt im Turm aus dem Fenster gesehen und auf Augenhöhe Flugzeug an Flugzeug vorbeiziehen lassen.

Aus geringen Wolkenfetzen mit 1 m/s Steigen darunter wurde bald Blauthermik mit 0,5 m/s.

Zwischen Schweinfurt und Coburg kurbelten wir alle gemeinsam unter einer blassen Dunstglocke das letzte schwache Steigen bis 1900 m Höhe. Es war fast sechs Uhr, und die giftige Warmluft hatte zugeschlagen.

Als die Lage aussichtslos wurde und klar war, dass der ganze Pulk 20 bis 30 km vor der Ziellinie verstreut niedergehen würde, begann ich mich wieder selbstständig zu machen. Alle hatten sich aufgefächert, hier probierte einer drei Kreise, dort hatte jemand ein Zupfen gespürt. Von Flugzeug zu Flugzeug hangelte ich mich weiter, nirgendwo schien das Steigen mehr nutzbar.

Waldkanten, Westhänge, sogar eine Fabrik blieben ohne Steigen. Doch was war das? 300 m über einer langweiligen Grasebene: 0,2 Meter Steigen pro Sekunde. Es wurde weniger, wurde mehr, ich biss mich fest. Würde ich nochmal tausend Meter hoch kommen und heimfliegen können? Es wäre ein Wunder, und genau deswegen glaubte ich daran.

100 m höher war das Steigen vorbei. Ich begann enttäuscht, die Höhe auf Kurs abzugleiten, mit dem festen Plan, mir ein Landefeld zu suchen, auf dem ich nicht alleine war.

Karen Wilken stand neben der „RX“ auf einem braunen Acker. Eine Minute später kam die „2D“ direkt daneben zum Stehen. Wir grinsten uns zu.

Punktgleich waren wir auf dem elften Platz gelandet, Jonas zwei Kilometer weiter vorne, der Rest vom Pulk quer über die Landschaft verstreut in der Gegend von Bad Neustadt, manche auch auf dem dortigen Flugplatz, in den ich nicht mehr reingekommen wäre.

Beeindruckenderweise haben es zwei, die ganz früh abgeflogen sind, wieder nach Ansbach geschafft. Respekt an Franz Poch (BravoPapa) und Christoph Danders (EinsDelta)!!!

Wieder war der Tag sehr schön gewesen, wieder hatte ich das Gefühl gut geflogen zu sein, aber wieder war keine wirklich gute Platzierung herausgekommen. Immerhin, in den letzten zwei Tagen hatte ich auf Gesamtrang 12 vorgearbeitet, und die Hoffnung gab ich nicht auf. Wenn es genügend Quali-Plätze gibt und ich unter die Top 10 komme, dann habe ich zumindest noch Nachrückerchancen für die Qualifikation. Es werden ja sowieso nicht alle nächstes Jahr teilnehmen wollen, die vor mir sind.

Als Hans mich zum zweiten (und letzten) Mal auf dem Wettbewerb zurückholte, hatten wir eine kleine Irrfahrt vor uns. Als wir wieder auf den Campingplatz rollten, erwartete mich eine erneute Überraschung: Aus dem Camp ragte eine schlanke, hohe, verkabelte, abgespannte, merkwürdige Konstruktion heraus. Mein Betreuer, der Ingenieur, grinste mich zufrieden an. „Wir haben seit heute die höchste Antenne.“

19.08.09 – 5. Wertungstag: „Speed Assigned Area Task“

Ein nützlicher Tip, ein gutes Wetterbriefing und anhaltend gute Laune (Wir sind hier beim Fliegen und nicht in der Antarktis!) sollten den heutigen Tag retten.

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Heute sollte es zum ersten Mal einen neuen Aufgabentyp geben. Das reine „Racing“ würde durch die Einführung einer „Speed Assigned Area Task“ zum Schachspiel werden. Anstelle von Wendepunkten werden dabei mehrere Gebiete mit Durchmessern um 50 km angeflogen. Wie weit man in die jeweiligen Gebiete hinein fliegt, bleibt jedem Piloten selbst überlassen – was am Ende zählt, ist nämlich nicht die Länge der zurückgelegten Strecke, sondern nur die Durchschnittsgeschwindigkeit über den gesamten Flug.

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Die Strecke war heute ganz grob über Gebiete um Greding, Crailsheim und Rothenburg definiert; wie weit man in diese Sektoren hineinflog, war nun eine Frage der richtigen Taktik (wo ist das beste Wetter?) und eines perfekten Timings (Wenn ich kürzer fliege, hat der Endanflug einen höheren Einfluss auf die Schnittgeschwindigkeit) .

Ich flog einige Minuten nach den meisten anderen über die Startlinie, Kurs nach Südosten. Der Pulk war schnell eingeholt, aber die Flugbedingungen mit der Blauthermik ließen im ersten Wendesektor zu wünschen übrig. Während sich die meisten anderen daran erinnerten, es sei taktisch klug, den ersten Sektor weit auszufliegen, dachte ich an den Tip, den mir Hans anhand der Wettervorhersagemodelle gegeben hatte: „Im Westen wird´s besser.“

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So trennte ich mich von der Gruppe und flog (zunächst völlig alleine) schon sehr früh zum zweiten Sektor. Hier traf ich einige Clubklasse-Flugzeuge und zusammen fanden wir unter den ersten Cu-Entwicklungen deutlich stärkere Thermik als im Osten. Als wir unter der schattigen Basis einer gut entwickelten Wolke ankamen, konnte ich 1200 m unter mir die ersten Verfolger in den Aufwind einsteigen sehen. Es sah gut aus.

Dann wurde es nochmal spannender als geplant, als nordwestlich von Crailsheim die Aufwinde sehr gut versteckt wurden. Ich glitt die Strecke bis auf 300 m hinunter, bis ich endlich den 2,5 m/s – Aufwind erwischte. Der Alleingang war geglückt.

Über Rothenburg kurbelte ich mit zwei anderen Flugzeugen auf Endanflughöhe und stürzte mich dann auf die letzten 30 km.
Dass es heute sehr gut für mich gelaufen war, das hatte ich einfach im Gefühl.

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Mit einem Schnitt von 80,4 km/h erreichte ich auch tatsächlich den fünften Tagesplatz. Wieder zwei Stellen in der Gesamtwertung nach oben gerutscht.

20.08.09 – 6. Wertungstag: „Das Finale“

Wieder bekamen wir im morgendlichen Briefing eine Aufgabe mit dem für viele so unaussprechlichen Namen. Diesmal ob des furchtbar zähen Wetters deutlich kürzer als gestern, nur etwa 150 km lang in die Richtungen von Crailsheim und Eichstätt.

Jonas und ich hatten die Plätze neun und zehn in der Tabelle erklettert. Heute hieß es deswegen: Auf jeden Fall den Platz behalten, damit wir Chancen auf Nachrückerplätze haben. Doch die Kunkurrenz saß uns natürlich im Nacken.

Fliegen wollten die wenigsten. Mein Cockpitthermometer zeigte vor dem Start 42 Grad Celsius in der prallen Sonne an. Weder von Cumulus-Wolken, noch von den leisesten Thermikböen wurde die Hitze am Boden gedämpft.

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Doch es wurde gestartet. Niemand wollte sich die Blöße geben, und so wurde gekämpft.

Ich war noch nie in so hundsmiserablem Thermikwetter geflogen. Die Aufwinde, selten stärker als 0,7 m/s, reichten bis knapp 700 m über Grund. Wenn man Glück hatte.

Abflug. Ich blieb einfach beim Pulk, um nichts anbrennen zu lassen. Heute eine Außenlandung, und der Traum von der Top 10-Platzierung wäre ausgeträumt. Und alles andere war mir zu riskant.

Leider klappte, so sehr wir uns auch bemühten, der Flug nicht sehr gut. In 300 bis 500 m über Grund kämpfte man sich in die Nähe von Crailsheim. Dann, auf dem Weg nach Osten, wurden die Bedingungen sprunghaft besser. Die meisten kratzten den Sektor dort nur an, um mit einer Mindestwertung und ohne Risiko nach Hause zu kommen. Einige aber verlängerten ihre Strecke in die besseren Bedingungen hinein, um ihren Schnitt zu steigern. Diesen schloss auch ich mich an. Wir flogen noch fast bis Eichstätt, bis wir umkehrten und einen schnellen Endanflug aus 30 km Entfernung durchfürten.

So hatte ich dann auch mit 150 km die größte Strecke des Tages geflogen und der Schnitt von 57 km/h zeugte von den schlechten Bedingungen am Anfang. Für den neunten Tagesplatz hatte es aber gereicht.

Nun ging das Bangen und Warten los: Was hatte sich in der Gesamtwertung getan? Hatten Jonas und ich die Top 10 am Ende noch geknackt? –

So gut das Gefühl nach diesem spannenden Flug doch war: Noch spannender war die Situation danach. Auf die Wertung warten. Ins Wettbewerbsleitungsbüro lugen. Die Auswerter an den PCs sehen.

Am Ende war es Jonas, der mich vor einen Computerbildschirm zerrte, der endlich – endlich! – die Gesamtwertung zeigen sollte. Und was ich da sah, das ließ mich meinen Augen kaum trauen, die Hände in die Luft reißen. Hi-Five.

Wir hatten es in all dem Segelflugsalat nicht nur geschafft, unsere Plätze zu halten, sondern uns jeweils noch um einen verbessert. Er auf den achten, ich auf den neunten. Hi-Five!!!

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21.08.09 – „Das ist eigentlich alles.“

Um es kurz zu machen, am letzten Wettbewerbstag wurde wegen des schlechten Wetters keine Aufgabe mehr gestellt, und um es kurz zu machen, ich hatte eigentlich gar nichts dagegen.

Mathias Schunk war wieder herübergeflogen, um an der Abschlussfeier teilzunehmen. Am Nachmittag wurde ausgiebig die örtliche Go-Kart-Bahn getestet (ganz schön soweit, auch ein Rennen, aber es fehlt einfach die dritte Dimension!) , und abends saßen wir alle dann ein letztes mal in der großen Flugzeughalle des Ansbacher Aero Clubs, in dem morgens immer die Briefings abgehalten worden waren.

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Der Abend ließ Zeit, um nach der Siegerehrung den vielen Gesichtern zur erreichten Platzierung zu gratulieren und einander „Many Happy Landings“  zu wünschen.

Christoph Danders mit der 1D hat den Wettbewerb gewonnen, vor Franz Poch in der BP und Tim Englert mit der TS.

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Es wird nicht das letzte Mal sein, dass wir auf Wettbewerben zusammen kommen. Aber es war ein toller Einstieg.

„…und dann war alles vorbei.“

Am nächsten Morgen lichtete sich der Campingplatz. Über den meisten Zeltdächern hing eine seltsame Trägheit, das Gefühl, eigentlich noch lange nicht gehen zu wollen. Die Wochen, die wir alle hier verbracht, die Flüge, die wir geschafft, und die Dinge, die wir erlebt hatten, waren einfach zu großartig gewesen, um nun einfach gehen zu können. Doch was blieb uns übrig, als nach dem Höhepunkt des Segelflugsommers langsam wieder ins „normale“ Leben zurückzukehren, wieder mit „normalen“ Menschen zusammen zu treffen, und selbst mit dem Kopf noch lange nicht „normal“ zu sein.

Toni, Marie und ich ließen uns viel Zeit mit dem Einpacken. Wir waren eine der letzten Mannschaften, die den Campingplatz verließ. Der Abschied war etwas traurig, aber natürlich würden wir uns wieder sehen. Auf Kilometerjagd, auf dem nächsten Wettbewerb, auf irgendeinem Flugplatz irgendwo auf der Welt. Und es würde nicht besonders lang dauern.

36 Stunden später

Nach Hause war ich noch immer nicht gefahren, sondern erstmal zu meiner Schwester nach Nürnberg. Am nächsten Morgen dann nach Amberg, um mit Mathias und Hans zusammen Bundesliga zu fliegen. Am Abend nach diesem grandiosen Flug über 520 km mit einer Wertungsgeschwindigkeit von über 120 km/h war die nächste Station Neumarkt in der Oberpfalz, wo Hans´ Eltern wohnen. Dort nahmen wir gemeinsam ein letztes Essen, und kurz vor Mitternacht war es Zeit für mich, endgültig Abschied zu nehmen. Mit einem kurzen „Danke“, das so viel mehr beinhaltete als nur das gute Abendessen…

Der weiße Anhänger mit Aufschrift „2D“ rollte wieder hinter dem roten PKW, die „Kooks“ im CD-Player, die Straße nach Süden unter den Reifen. So fuhr ich durch die Nacht, alleine. Ich fühlte mich glücklich über das Erlebte und traurig zugleich, dass es zu Ende war. Ich wurde sehr nachdenklich.

Was werden die nächsten Jahre bringen? Welche Wettbewerbe werde ich fliegen, mit welchen Mannschaften? Welche Erfolge und Mißerfolge werde ich erleben? Welche Menschen kennen lernen? Welche Flugzeuge fliegen?

Der Pulk aus 20 Störchen, der vor der Abfluglinie an mir vorbeistieg. Der Triumph, mit 200 km/h über die Ziellinie zu rasen. Die konzentrierte Anspannung vor dem Flug. Die Turbulenz, die Beschleunigung in der starken Thermik. Die durchmischten Emotionen nach einer Außenlandung. Der Tanz mit den vielen anderen Flugzeugen.

Mann, wir haben´s so gut, denke ich mir, als ich nach Oberbayern zurück brause, Namen von Wendepunkten auf den Straßenschildern wieder erkenne und immer wieder lächeln muss: Ich bin stolz, dabei gewesen zu sein.

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Es ist mal wieder Zeit für ein dickes „Dankeschön!“

Zuerst mal danke ich der Wettbewerbsleitung des Ansbacher Wettbewerbs für die monatelange Arbeit und die Abwicklung des Events.

Der Segelfluggruppe Isartal für den Discus 2c „2D“, das schnellste Flugzeug zwischen Inn- und Elbtal.

Den Rückholern und Helfern auf dem Wettbewerb, also Max, Marie und Hans.

Dem Hans nochmal ganz speziell, generell für alles, du weißt schon.

Dem Jonas als lockeren Teampartner für die schönen Flüge zusammen.

Anton Lugtenburg für die Mitnahme seines Kühlschrankes und fürs einfach-da-sein.

Karsten Leucker für die Bereitstellung aller seiner tollen Fotos (ich selber habe gar keine gemacht und sie wären auch nicht so gut geworden).

Meinen Eltern für die Leihgabe des ko(s)mischen roten Autos.

Meinen Lesern für die Aufmerksamkeit und das Feedback.

Die Geschichte vom unmöglichen Luftsprung meldet sich ab.

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